Berliner Gründer
aus Überzeugung

pictured by H. Caspar for facity.de
Der Macher von
Ein Löffel voll Zucker
Berlin ist eine kreative Stadt, die viele Geschäftsideen hervorbringt. Gleichwohl schaffen es nur wenige, ihr Vorhaben tatsächlich zu realisieren. Der Schritt in die Selbständigkeit ist kein Zuckerschlecken. Neben einer guten Vorbereitung, bedarf es viel Mut und Risikobereitschaft, Eigeninitiative und – vor allem – der richtigen Überzeugung.
Im Rahmen dieser Reihe stellen wir Berliner Gründer und Ihre Geschichte vor. Uns interessiert deren Motivation und Leidenschaft, die hinter der Gründung steckt. Was treibt die Menschen in Berlin an, sich selbständig zu machen? Ein Löffel voll Zucker
Wann wird man zu einem
"Gründer aus Überzeugung"?
Am Anfang steht die
Leidenschaft. So war es auch bei David Sievers, dem Gründer des Modelabels „Ein Löffel voll Zucker“.
Bereits in jungen Jahren versuchte sich David an Omas Nähmaschine. Heute präsentiert er stolz sein eigenes Modelabel. Eine geradlinige Erfolgsstory?
Nein, der Weg dahin war eher bodenständig. Nach Abi und Zivildienst folgte erst einmal eine Ausbildung als Speditionskaufmann. Das „trockenste, was ich bis dato erlebt hatte“ kommentiert David seine Lehrjahre. Danach der Wechsel in den Vertrieb eines Internetproviders. Was für andere ein toller Job war, blieb für David „trocken, wie die Tätigkeit zuvor“. Trotz höheren Einkommens fehlte nach wie vor die Perspektive. Letzter Versuch war dann ein Studium der Biologie, wobei die Arbeit im Labor wiederum keine Erfüllung brachte. Zutreffend beschreibt David diese Jahre, als die Suche nach seinem Weg. Bei „Clamotti“, einem kleinen Laden im Prenzlauer Berg, bewirbt sich David um ein viermonatiges Praktikum als Modeschneider - und bricht dafür sein Studium ab. Seine Eltern reagieren wenig begeistert. Die neuen Kollegen, oder vielmehr Kolleginnen, zeigen sich anfangs überrascht über einen Mann in dieser Frauendomäne. David wird aber sehr gut aufgenommen, er darf jetzt einfach drauf los nähen. Es klappt. Nicht sofort perfekt, aber besser als erwartet. All das Kreative, das über die Jahre der Eintönigkeit hinweg gefehlt hatte, war jetzt plötzlich da.
Aus dem Praktikum wird eine Berufung. Mit einer zweiten Praktikantin schmiedet David die Pläne für ein eigenes Modelabel. Der Name war schnell gefunden: „“Ein Löffel voll Zucker“ - klingt süß, bleibt gut im Kopf und ist vielseitig einsetzbar“ schwärmt David.
Wie das Leben so spielt, erweist sich die angedachte Partnerin letztlich als wenig hilfreich. Dafür treten andere Personen unverhofft in sein Leben. Der Berliner Ladeninhaber René Eger ermuntert David sein erstes Produkt, einen Kapuzenschal, in größerer Stückzahl produzieren zu lassen. Es funktioniert. Die Gewinne aus dem Schalverkauf fließen in die Anschaffung neuer Nähmaschinen und Schneiderpuppen. Es folgen weitere Produkte: eine Tasche, Tanktops, eine Neuauflage des Schals, seit Anfang Dezember Herrenpullis und demnächst neue Oberteile für die Damen.
Davids Fazit: „Heute sehe ich, dass es funktioniert und meine Kunden die Sachen mögen, die ich entwerfe – dafür hat sich alles gelohnt“.
Inzwischen gibt es ein zweites Label. "8inch" steht für Davids Herrenmode. „Ein Löffel voll Zucker“ positioniert sich exklusiv für die Damenkollektion.
Für das dieses Jahr hat David eine Menge geplant, wobei sein Budget maßgebend bleibt. Kredite will er nicht in Anspruch nehmen. „Mein Unternehmen soll organisch wachsen“, betont der Jungunternehmer.
Wir wünschen David viel Erfolg.
Quelle: Initiative Deutscher Mittelstand
